Um ein Immobiliendarlehen abzuschließen, ist nicht zwingend der persönliche Kontakt mit einem Bankmitarbeiter nötig. Darlehensverträge können z.B. auch online abgeschlossen werden. Immobilienfinanzierungen, die im Wege des Fernabsatzes geschlossen wurden, wurden beispielsweise von der DSL Bank angeboten. Solche Immobiliendarlehen lassen sich auch heute noch widerrufen, wenn die Bank eine fehlerhafte Widerrufsbelehrung verwendet hat.

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Der Widerrufsjoker sticht auch noch bei Immobiliendarlehen, die zwischen 2002 und 2010 abgeschlossen wurden. Und zwar dann, wenn der Darlehensvertrag in einem sog. Fernabsatzgeschäft geschlossen wurde und die Bank eine fehlerhafte Widerrufsbelehrung verwendet hat. Das geht aus einem Urteil des BGH vom 27. Februar 2018 hervor (Az.: XI ZR 160/17).

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Der Widerruf von Immobiliendarlehen kann auch heute noch für die Verbraucher äußerst lohnenswert sein. Voraussetzung für den Widerruf ist, dass der Darlehensvertrag nach dem 11. Juni 2010 geschlossen wurde und die Bank eine fehlerhafte Widerrufsbelehrung verwendet hat.

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Ist die erteilte Widerrufsbelehrung bei einem Verbraucherdarlehen fehlerhaft, kann dieser Fehler auch nicht durch ein Präsenzgeschäft geheilt werden. „Mit anderen Worten: Es kommt eben nicht auf die konkreten Umstände bei der Vertragsunterzeichnung an, sondern es geht nur darum, ob die schriftliche Belehrung fehlerhaft ist oder nicht. Ist der Text falsch, wurde die Widerrufsfrist nicht in Gang gesetzt und das Darlehen kann noch Jahre später wirksam widerrufen werden“, erklärt Rechtsanwalt Sebastian Rosenbusch-Bansi von der Kanzlei Cäsar-Preller in Wiesbaden.

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Auch bei nach dem 10. Juni 2010 geschlossenen Immobiliendarlehen haben Banken und Sparkassen ihre Kunden immer wieder fehlerhaft belehrt, sodass diese Verträge nach wie vor widerrufen werden können.

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Banken und Sparkassen haben die Tür für den Widerrufsjoker auch bei Immobiliendarlehen, die nach dem 10. Juni 2010 geschlossen wurden, sperrangelweit aufgestoßen. Auch bei diesen Immobilienfinanzierungen sind die Widerrufsbelehrungen immer noch zum Teil fehlerhaft und der Widerruf in diesen Fällen möglich.

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Die Kanzlei Cäsar-Preller hat für ihren Mandanten den Widerruf eines Darlehensvertrags aus dem Jahr 2007 gegen die Sparda-Bank Südwest durchgesetzt. Das Landgericht Mainz hat mit Urteil vom 22. Februar 2017 entschieden, dass das Darlehen rückabgewickelt werden muss (Az.: 5 O 118/16).

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Selbst wenn der Vertragsabschluss schon mehr als 12 Jahre zurückliegt, lässt sich der Widerruf eines Verbraucherdarlehens noch durchsetzen. Rechtsanwalt Joachim Cäsar-Preller setzte den Widerruf für seinen Mandanten gegen die Wiesbadener Volksbank durch. Das Landgericht Wiesbaden gab der Klage mit Urteil vom 24. Februar vollumfänglich statt (Az.: 7 O 93/16).

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Mit Urteil vom 21. Februar 2017 hat der Bundesgerichtshof seine Rechtsauffassung bestätigt, dass ein Verbraucherdarlehen auch dann noch widerrufen werden kann, wenn mit der Bank eine Aufhebungsvereinbarung geschlossen und eine Vorfälligkeitsentschädigung gezahlt wurde (Az.: XI ZR 381/16). Für die Wirksamkeit des Widerrufs ist einzig die fehlerhafte Widerrufsbelehrung entscheidend. Dies gelte auch dann, wenn der Verbraucher im persönlichen Gespräch mit dem Bankberater möglicherweise korrekt über sein Widerrufsrecht informiert wurde.

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Wenn eine Bank bei der Vergabe eines Immobiliendarlehens die Nennung der zuständigen Aufsichtsbehörde als Pflichtangabe in der Widerrufsbelehrung aufführt, muss die Aufsichtsbehörde auch genannt werden. Ansonsten ist die Widerrufsbelehrung fehlerhaft und das Darlehen kann noch Jahre nach Abschluss widerrufen werden, weil die Widerrufsfrist nie in Lauf gesetzt wurde. Das hatte der BGH bereits im November 2016 entschieden (Az.: XI ZR 434/15).

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